DSD I PRO – Schreiben: Nebenjob

Brötchen und Laugengebäck © Bäckerei Sünkel

Deutsches Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz

DSD I PRO

Schriftliche Kommunikation

Aufgabe

Nebenjob

In einem Internetforum lesen Sie folgenden Beitrag zum Thema „Nebenjob“:

Hallo,

ich gehe zur Berufsschule und möchte Bäckerin werden.

Nach Schulschluss arbeite ich zwei Stunden in einer Pizzeria. Dafür bekomme ich jedes Mal 15 Euro. Danach bin ich immer sehr müde. Ich weiß jetzt, wie schwer es ist, Geld zu verdienen. Zum Lernen habe ich kaum noch Zeit, weil ich mich auch noch mit meinen Freundinnen treffe.

Ab nächstem Monat werde ich mit der Arbeit in der Pizzeria aufhören, denn in der Schule bin ich nur noch müde und bekomme schlechte Noten. Ich will ja meinen Abschluss schaffen und Bäckerin werden.

Nach dieser Erfahrung ist meine Meinung: Nebenjob – nein danke! Lernt lieber!

Lula

Sie möchten das Thema in den Blog auf der Internetseite Ihrer Berufsschule bringen.

Schreiben Sie einen zusammenhängenden Beitrag für den Blog.

Bearbeiten Sie in Ihrem Beitrag die folgenden drei Punkte:

  • Geben Sie den Forumsbeitrag von Lula mit eigenen Worten wieder.
  • Haben Sie oder Freunde von Ihnen einen Nebenjob? Berichten Sie ausführlich.
  • Sollte man neben der Schule in einem Nebenjob arbeiten? Begründen Sie Ihre Meinung ausführlich.

Sie haben insgesamt 75 Minuten Zeit.

Sie brauchen die Wörter nicht zu zählen.

Quelle: Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten – Zentralstelle für das Auslandsschulwesen.

Musterlösung

Hallo zusammen,

vor kurzem habe ich in einem Internetforum einen interessanten Beitrag zum Thema „Nebenjob“ gelesen. Es ging um die Frage, ob Schülerinnen und Schüler neben der Berufsschule arbeiten sollten. Ich finde, dass dieses Thema viele Jugendliche betrifft. Deshalb möchte ich heute meine Gedanken dazu mit euch teilen.

Zuerst werde ich den Forumsbeitrag kurz zusammenfassen.

Der Beitrag wurde von Lula geschrieben. Sie besucht eine Berufsschule und möchte Bäckerin werden. Nach dem Unterricht arbeitet sie zwei Stunden in einer Pizzeria und verdient dafür jedes Mal 15 Euro. Durch diese Arbeit hat sie gelernt, dass es nicht leicht ist, Geld zu verdienen. Gleichzeitig bleibt ihr jedoch nur wenig Zeit zum Lernen, weil sie sich auch mit ihren Freundinnen treffen möchte. Deshalb ist sie oft müde und ihre Schulnoten haben sich verschlechtert. Aus diesem Grund möchte sie ihren Nebenjob aufgeben, damit sie ihren Schulabschluss erfolgreich machen und später als Bäckerin arbeiten kann. Zum Schluss empfiehlt sie den Schülerinnen und Schülern, sich lieber auf die Schule zu konzentrieren als einen Nebenjob anzunehmen.

Nach der Wiedergabe des Forumsbeitrags möchte ich nun von meinen Erfahrungen mit diesem Thema berichten.

Ein Freund von mir hat seit einem Jahr einen Nebenjob in einer Bäckerei. Anfangs arbeitete er dreimal pro Woche am Nachmittag und half beim Backen von Brot und Brötchen. Zuerst war er sehr zufrieden, weil er sein eigenes Geld verdienen konnte. Mit der Zeit merkte er jedoch, dass er nach der Arbeit oft bis spät am Abend lernen musste. Dadurch kam er häufig übermüdet in die Schule und konnte sich im Unterricht nur schwer konzentrieren. Deshalb arbeitet er heute nur noch samstags. Er sagt, dass er jetzt Schule, Arbeit und Freizeit viel besser miteinander verbinden kann.

Jetzt möchte ich euch meine persönliche Meinung darstellen. Ich bin nicht ganz derselben Meinung wie Lula. Meiner Meinung nach kann ein Nebenjob sinnvoll sein, wenn man nicht zu viele Stunden arbeitet.

Erstens lernt man durch einen Nebenjob, Verantwortung zu übernehmen. Man kommt pünktlich zur Arbeit, erledigt seine Aufgaben zuverlässig und sammelt erste Erfahrungen im Berufsleben. Außerdem lernt man, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Diese Erfahrungen können später bei der Suche nach einer Arbeitsstelle sehr hilfreich sein.

Zweitens verdient man eigenes Geld und wird unabhängiger. Viele Jugendliche möchten sich Kleidung, ein neues Handy oder eine Reise ins Ausland selbst leisten können. Ich finde das sinnvoll, weil man dadurch den Wert des Geldes besser versteht und lernt, verantwortungsvoll damit umzugehen.

Ich weiß, dass manche Schülerinnen und Schüler durch einen Nebenjob zu wenig Zeit zum Lernen haben. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Schule immer an erster Stelle stehen sollte. Deshalb sollte man nur so viel arbeiten, dass genügend Zeit für den Unterricht, die Hausaufgaben und die Erholung bleibt.

Aus diesen Gründen finde ich, dass ein Nebenjob eine gute Erfahrung sein kann, wenn er die schulischen Leistungen nicht beeinträchtigt.

Jetzt komme ich zum Ende meines Beitrags. Mich interessiert eure Meinung zu diesem Thema. Habt ihr schon einmal einen Nebenjob gehabt oder könnt ihr euch vorstellen, neben der Schule zu arbeiten? Schreibt eure Erfahrungen gern hier im Blog!

Viele Grüße

Sebastian

Foto: Brötchen und Laugengebäck © Bäckerei Sünkel