Der österreichische Nationalfeiertag 2026

Konzert der Gardemusik auf dem Heldenplatz in Wien © Bundesheer

Am 26. Oktober feiert Österreich seinen Nationalfeiertag. An diesem Tag stehen die österreichische Geschichte, die Freiheit und die Neutralität des Landes im Mittelpunkt. Rot-weiß-rote Fahnen schmücken öffentliche Gebäude und in vielen Städten finden festliche Veranstaltungen statt. In diesem Jahr fällt der 26. Oktober auf einen Montag. Damit ergibt sich für viele Arbeitnehmer ein verlängertes Wochenende.

Der Nationalfeiertag ist nicht nur ein wichtiger Tag für die Politik. Er bietet auch zahlreiche interessante Veranstaltungen, kostenlose Museumsbesuche und die Möglichkeit, einen schönen Herbsttag in der Natur zu verbringen.

Warum feiert Österreich am 26. Oktober?

Um die Bedeutung dieses Tages zu verstehen, müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Österreich von den alliierten Mächten besetzt. Erst 1955 erhielt das Land seine volle staatliche Souveränität zurück. Am 15. Mai 1955 wurde der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet. Er war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem freien und unabhängigen Österreich.

Am 25. Oktober 1955 endete die Frist für den Abzug der letzten ausländischen Besatzungstruppen. Einen Tag später, am 26. Oktober 1955, beschloss der österreichische Nationalrat das Bundesverfassungsgesetz über die immerwährende Neutralität Österreichs. Seit 1965 wird dieser Tag offiziell als Nationalfeiertag gefeiert.

Die Neutralität bedeutet, dass Österreich militärisch neutral bleiben will. Das Land gehört keinem Militärbündnis wie der NATO an. Der Nationalfeiertag erinnert die Menschen deshalb nicht nur an die Geschichte, sondern auch an die Bedeutung von Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung.

Was ist am Nationalfeiertag 2026 los?

Auch heute, am 26. Oktober 2026, gibt es in Österreich zahlreiche Veranstaltungen. Besonders viel ist in Wien los. Viele Angebote sind kostenlos und eignen sich für die ganze Familie.

Der Nationalfeiertag 2026 beginnt in Wien mit einer Messe in der Michaelerkirche im historischen Stadtzentrum.

Zu den traditionellen Feierlichkeiten gehören die Kranzniederlegungen am Äußeren Burgtor in Wien. Dabei gedenken der Bundespräsident und die Bundesregierung der verstorbenen Soldatinnen und Soldaten sowie der Opfer des Widerstandes. Die Zeremonie ist ein Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die ihr Leben für Österreich eingesetzt haben.

Ein Höhepunkt ist die große Leistungsschau des österreichischen Bundesheeres am Heldenplatz und beim Burgtheater. Von 9 bis 17 Uhr können Besucherinnen und Besucher verschiedene militärische Fahrzeuge, Hubschrauber und militärische Ausrüstung aus nächster Nähe sehen. Außerdem gibt es Vorführungen, Informationen über die Aufgaben des Bundesheeres und musikalische Darbietungen.

Besonders spannend ist die feierliche Angelobung von rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten. Dabei versprechen die Rekrutinnen und Rekruten, ihre Pflichten gegenüber Österreich zu erfüllen. Ein weiterer Programmpunkt ist der angekündigte Überflug von Luftfahrzeugen um 10.56 Uhr. Auch Fallschirmsprünge, Militärhunde und weitere Vorführungen gehören zum Programm. Den feierlichen Abschluss bildet am Abend der sogenannte Große Zapfenstreich.

Wer sich eher für Politik und Geschichte interessiert, kann am Nationalfeiertag hinter die Kulissen des österreichischen Staates schauen. Das Parlament öffnet von 10 bis 16 Uhr seine Türen. Bei Führungen kann man unter anderem die Sitzungssäle des Nationalrates und des Bundesrates kennenlernen. Auch das Bundeskanzleramt lädt von 12 bis 17 Uhr zu Besichtigungen ein. In der Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg werden ebenfalls Führungen angeboten. So kann man Gebäude entdecken, die normalerweise nicht oder nur eingeschränkt öffentlich zugänglich sind.

Kostenlos ins Museum – Geschichte zum Anfassen

Der Nationalfeiertag ist auch eine gute Gelegenheit, Kultur zu erleben, ohne viel Geld auszugeben. Am 26. Oktober ist der Eintritt in ausgewählten Museen kostenlos. Dazu gehören das Haus der Geschichte Österreich, der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek und das Papyrusmuseum.

Im Haus der Geschichte Österreich können Besucherinnen und Besucher mehr über die Entwicklung des Landes seit 1918 erfahren. Besonders interessant ist das diesjährige Mitmachprogramm: Es gibt Quizstationen, eine Rätselrallye für Kinder und Erwachsene sowie eine kreative Postkartenaktion. Wer sein Wissen über Österreich testen möchte, ist hier genau richtig.

Auch das Wiener Sicherheitsfest am Rathausplatz ist einen Besuch wert. Am 25. und 26. Oktober präsentieren sich dort unter anderem Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. Die Besucher können spannende Vorführungen erleben, Rettungshunde kennenlernen und mehr darüber erfahren, wie Einsatzkräfte Menschen in Not helfen. Das Angebot richtet sich besonders an Familien mit Kindern.

Wandern statt Stadtbesichtigung

Nicht alle Menschen verbringen den Nationalfeiertag in der Stadt. Für viele Österreicherinnen und Österreicher ist der 26. Oktober auch ein beliebter Wandertag. Der Herbst bietet dafür ideale Bedingungen: Die Wälder leuchten in Gelb, Orange und Rot, die Luft ist oft klar, und die Temperaturen sind häufig angenehm für einen Spaziergang.

In Wien bieten sich beispielsweise die Wege durch den Wienerwald oder Wanderungen auf den Kahlenberg an. Von dort hat man einen schönen Blick über die Stadt und die Donau. Auch in den anderen Bundesländern laden Wanderwege, Seen und Berge zu Ausflügen ein. Manche Menschen nutzen den freien Tag für eine längere Bergtour, andere machen nur einen gemütlichen Spaziergang mit der Familie.

Wer lieber zu Hause bleibt, kann den Feiertag für Zeit mit Freunden, ein gemeinsames Essen oder einen Ausflug in die nähere Umgebung nutzen. Der Nationalfeiertag hat also viele Gesichter: Er ist ein staatlicher Gedenktag, ein Kulturfest und für viele Menschen einfach ein willkommener freier Tag.

Ein Feiertag, der verbindet

Der österreichische Nationalfeiertag erinnert daran, wie wichtig Freiheit, Frieden und Unabhängigkeit sind. Gleichzeitig zeigt er, wie vielfältig Österreich ist: von historischen Gebäuden und Museen über moderne Technik und spannende Vorführungen bis hin zu den wunderschönen Landschaften des Landes.

Wer den 26. Oktober einmal in Österreich verbringt, kann viel entdecken und dabei auch seine Deutschkenntnisse verbessern. Denn Geschichte und Kultur lassen sich besonders gut kennenlernen, wenn man sie direkt erlebt.

Foto: Konzert der Gardemusik auf dem Heldenplatz in Wien © Bundesheer