Weltjugendtag 2023 in Lissabon

Vom 1. bis 6. August 2023 findet in Portugals Hauptstadt Lissabon der Weltjugendtag statt, an dem Hunderttausende Jugendliche aus aller Welt teilnehmen werden.

Mehr als 350.000 junge Menschen, darunter rund 8.300 aus Deutschland, werden bei diesem Großereignis gemeinsam feiern, beten, ihren Glauben bezeugen und vertiefen sowie Portugal und seine Kirche kennenlernen. In diesem Jahr steht das Treffen unter dem Leitwort „Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg“ (Lk 1, 39). In den vergangenen Tagen haben bereits sogenannte „Tage der Begegnung“ an mehreren Orten stattgefunden.

Das katholische Großereignis wird am Dienstagabend mit einer heiligen Messe offiziell eröffnet. Der Eröffnungsgottesdienst findet um 20 Uhr deutscher Zeit im Lissaboner Park „Eduard VII.“ statt.

Papst Franziskus wird am Mittwoch seine Reise nach Portugal antreten. Der erste offizielle Auftritt des Papstes ist für Donnerstagabend geplant. Voraussichtlich wird er Themen wie den Ukraine-Krieg, den Klimawandel und Fragen der sozialen Gerechtigkeit ansprechen. Zudem plant Franziskus ein privates Treffen mit Missbrauchsopfern.

Am Donnerstag trifft der Papst an der Katholischen Universität Portugal Studierende, bevor er in die nur wenige Kilometer westlich von Lissabon gelegene Küstenstadt Cascais fährt. Dort besucht Franziskus Kinder und Jugendliche eines „Scholas Occurentes“-Projekts. Das Netzwerk, das heute in Dutzenden Ländern Bildungsprojekte sowie den Dialog von Kulturen und Religionen fördert, geht auf eine Initiative des damaligen Erzbischofs Jorge Bergoglio in Buenos Aires zurück.

Noch am Abend des zweiten Reisetages eröffnet der Papst dann in Lissabon auch offiziell den Weltjugendtag der katholischen Kirche. Die Zeremonie findet im Parque Eduardo VII., der größten innerstädtischen Parkanlage der portugiesischen Metropole, statt.

Am Freitag bietet Franziskus eine Beichtmöglichkeit für einige Jugendliche an und isst mit jungen Menschen zu Mittag. Dazwischen wird er mit Vertreterinnen und Vertretern von Hilfsorganisationen im Sozial- und Gemeindezentrum der Pfarre St. Vinzenz von Paul zusammentreffen. Weiter nimmt er am Abend mit den zum Weltjugendtag versammelten jungen Gläubigen an einem Kreuzweg im Parque Eduardo VII. teil.

Den Samstagvormittag nutzt der Papst für einen kurzen Besuch im Marienwallfahrtsort Fatima. Der berühmteste Wallfahrtsort Portugals befindet sich knapp 130 Kilometer südlich von Lissabon. In der Nähe der Kleinstadt berichteten 1917 drei Hirtenkinder, ihnen sei mehrfach die Gottesmutter Maria erschienen. Bei seinem Besuch wird der Papst in der Erscheinungskapelle des Heiligtums mit kranken Jugendlichen den Rosenkranz beten. Im Anschluss kehrt Franziskus per Helikopter nach Lissabon zurück und trifft sich mit Mitgliedern des Jesuitenordens in der Jesuitenschule „Johannes de Britto“.

Ein großes Abendgebet am Samstag und eine Papstmesse am Sonntag bilden wie schon bei früheren Weltjugendtagen auch in Lissabon Abschluss und Höhepunkt des Großereignisses. Beide Feiern finden im direkt am Wasser gelegenen Parque Tejo am Westufer des Flusses Tejo statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendtreffens übernachten dort von Samstag auf Sonntag unter freiem Himmel.

Am späten Sonntagnachmittag verabschiedet sich der Papst unter anderem bei einer Begegnung mit den Tausenden Freiwilligen des Weltjugendtags aus Lissabon und fliegt zurück nach Rom.

Die katholischen Weltjugendtage wurden von Johannes Paul II. (1978-2005) ins Leben gerufen und finden inzwischen in der Regel alle drei Jahre als weltweite Großtreffen statt, an denen jeweils auch der Papst teilnimmt. Das bevorstehende Treffen in Lissabon hatte aufgrund der Corona-Pandemie von 2022 auf 2023 verschoben werden müssen. Zum Weltjugendtag war Papst Franziskus vor Lissabon 2019 in Panama, 2016 in Krakau und 2013 in Rio de Janeiro in Brasilien.