Was bedeutet Telearbeit im Deutschen?

Europäisches Haus, Sitz der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland und des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments

Wer Deutsch lernt, begegnet früher oder später dem Begriff Telearbeit. Besonders in den letzten Jahren ist dieses Wort in vielen Kontexten aufgetaucht – in Zeitungsartikeln, Stellenanzeigen oder Gesprächen über moderne Arbeitsformen. Aber was genau bedeutet dieses Wort, und wie wird es im deutschsprachigen Raum verwendet?

Telearbeit = Arbeiten von zu Hause oder unterwegs

Das Wort Telearbeit setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

  • tele- = „fern, auf Distanz“ (wie in Telefon oder Telekommunikation)
  • Arbeit = „Tätigkeit, berufliches Arbeiten“ – also das, was man beruflich tut oder womit man seinen Lebensunterhalt verdient.

Telearbeit bezeichnet also eine Form der beruflichen Tätigkeit, die nicht am regulären Arbeitsplatz im Unternehmen stattfindet, sondern an einem anderen Ort – meist von zu Hause aus, seltener auch mobil. Dabei spielen digitale Hilfsmittel wie Computer, Internetverbindung, E-Mail und Videokonferenzen eine zentrale Rolle.

Formen der Telearbeit

Im deutschsprachigen Raum unterscheidet man mehrere Arten von Telearbeit, je nach Organisation und Flexibilität:

Homeoffice: Dies ist die bekannteste Form – man arbeitet regelmäßig oder gelegentlich von zu Hause aus. Der Begriff Homeoffice wird im Alltag oft synonym mit Telearbeit verwendet, ist aber rechtlich weniger klar definiert.

Mobile Telearbeit (mobiles Arbeiten): Hierbei arbeitet man nicht an einem festen Arbeitsplatz, sondern flexibel von unterwegs aus – zum Beispiel aus dem Zug, aus einem Coworking-Space oder sogar aus dem Ausland. Diese Arbeitsform zeichnet sich  dadurch aus, dass sie weder an das Büro, noch an den häuslichen Arbeitsplatz gebunden ist. Mit mobilem Arbeiten haben Angestellte die Freiheit, ihre Aufgaben flexibel und unabhängig vom Standort zu erledigen.

Alternierende Telearbeit: Diese Mischform bedeutet, dass man nach Bedarf einen Teil der Woche im Büro arbeitet und den anderen Teil im Homeoffice. Diese Arbeitsweise ist in vielen Unternehmen in Deutschland sehr beliebt.

Telearbeit vs. Homeoffice – ist das dasselbe?

Nicht ganz. Obwohl beide Begriffe oft gleich verwendet werden, gibt es Unterschiede:

Telearbeit ist in Deutschland rechtlich klar definiert: Ein Telearbeitsplatz ist ein fester Arbeitsplatz mit Computer zu Hause bei den Beschäftigten. Er wird vom Arbeitgeber eingerichtet und gehört zur Firma, auch wenn er sich im privaten Bereich befindet. Damit so ein Telearbeitsplatz offiziell gilt, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Arbeitgeber und Beschäftigte vereinbaren schriftlich, wann und wie lange dort gearbeitet wird (z. B. wie viele Stunden pro Woche).
  • Der Arbeitgeber sorgt für die nötige Ausstattung: also Möbel, Technik und Kommunikationsmittel (z. B. Bildschirm, Tastatur, Internetanschluss).
  • Diese Dinge werden vom Arbeitgeber oder einer beauftragten Firma geliefert und installiert.

Homeoffice ist ein weiter gefasster, oft informeller Begriff. Er kann auch flexible, kurzfristige oder freiwillige Arbeit von zu Hause bezeichnen, ohne formelle Vereinbarungen. Eine gesetzliche Definition des Begriffes Homeoffice gibt es (noch) nicht. Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch versteht man hierunter das gelegentliche oder ständige Arbeiten in den privaten Räumlichkeiten des Arbeitnehmers.

Heimarbeit: Der Begriff des Heimarbeitsverhältnisses stammt aus dem bereits 1951 erlassenen Heimarbeitsgesetz. Heimarbeiter erledigen Aufträge für einen Auftraggeber. Sie sind keine Arbeitnehmer, sondern Selbständige. Der Heimarbeiter unterliegt weder in örtlicher oder zeitlicher Hinsicht noch in der Art und Weise der Verrichtung seiner Tätigkeit dem Weisungsrecht seines Auftraggebers. Das unterscheidet ihn vom Arbeitnehmer.

Warum ist das wichtig – gerade für Deutschlernende?

Seit der Corona-Pandemie hat sich die Arbeitswelt stark verändert. Viele Menschen arbeiten heute regelmäßig von zu Hause oder mobil. In Stellenanzeigen liest man immer häufiger Sätze wie:

  • „Homeoffice möglich“
  • „Mobiles Arbeiten nach Absprache“
  • „Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte“

Wenn du in einem deutschsprachigen Land studieren, ein Praktikum machen oder arbeiten möchtest, ist es sehr hilfreich, solche Begriffe zu verstehen – nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell. In Bewerbungsgesprächen kann es sein, dass du gefragt wirst, ob du Erfahrung mit Telearbeit hast, wie du dich selbst organisierst oder welche technischen Voraussetzungen du mitbringst.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Telearbeit mehr als nur ein Modewort ist – sie beschreibt eine grundlegende Veränderung in der Arbeitswelt. Für Deutschlernende ist es wichtig, diesen Begriff und seine Verwendung zu verstehen, um sich im Arbeitsalltag und im Bewerbungskontext sicher bewegen zu können.