Prüfung ÖSD Zertifikat C1
Modul Schreiben, Aufgabe 2: Freie Textproduktion
Stellungnahme zum Thema „Graffiti“
Situation: In einer Zeitung hast du folgenden Artikel gelesen:
„Straßenkunst – Blickfang oder Stein des Anstoßes?
Bunt, schwarz-weiß, ironisch, amüsant oder politisch – jedem Stadtbewohner sind die gesprühten Bilder bekannt. Dem einen sind sie ein Dorn im Auge, dem anderen eine tägliche Freude.
Ob Graffiti als Kunst gelten sollte, führt seit jeher zu Kontroversen. Die einen meinen, das fiele unter Beschädigung öffentlichen Eigentums; die anderen sind der Ansicht, es gehe vielmehr um künstlerische Äußerungen im öffentlichen Raum. Ob nun in Bahnunterführungen oder auf Zügen und Wänden, überall prägen Graffiti das Stadtbild entscheidend und sind aus der urbanen Jugendkultur nicht mehr wegzudenken.
Da jedoch das Anbringen von Graffiti strafrechtlich verfolgt wird, birgt es für die Akteure hohe Risiken. So haben sich verwandte Gattungen herausgebildet, beispielsweise Aufkleber oder sogenannte Paste-Ups, also angekleisterte Plakate, die oftmals kritisch auf den entsprechenden Umraum Bezug nehmen. Da sich diese rückstandslos entfernen lassen, begeht man dabei keine illegale Handlung. (…)“
Schreibe eine Stellungnahme. Schreibe mindestens 250 Wörter und gehe dabei auf folgende Punkte ein:
• Fasse die relevanten Informationen des Artikels zusammen.
• Argumentiere: Welche positiven und negativen Aspekte haben Graffiti für dich?
Erläutere:
• Wie ist deine persönliche Meinung zu Graffiti?
• Wie ist die Situation in deinem Land?
Berücksichtige dabei auch den Aufbau des Textes (Einführung in das Thema, Aufbau einer Argumentation, Schlussfolgerung).
Beispiel der Stellungnahme zum Thema „Graffiti“
Graffiti sind ein fester Bestandteil der urbanen Landschaft und prägen das Stadtbild in vielerlei Hinsicht. Graffiti sind mittlerweile allgegenwärtig und gehören zur Jugendkultur vieler Städte. Doch während sie von einigen als kreative Kunstwerke geschätzt werden, sehen andere sie als ein Akt des Vandalismus und Beschädigung öffentlichen Eigentums. Der Artikel geht auf diese Kontroversen ein und beleuchtet sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte von Graffiti.
Zu den positiven Aspekten gehört, dass Graffiti den urbanen Raum bereichern und die Kreativität von Jugendlichen fördern können. Sie geben den Künstlern die Möglichkeit, ihre Meinungen und Ideen öffentlich auszudrücken. In einigen Städten sind Graffiti als Kunst anerkannt, und es gibt legale Flächen, auf denen Künstler ihre Arbeiten darstellen können. Auf der negativen Seite steht jedoch, dass Graffiti häufig ohne Erlaubnis angebracht werden und somit als Vandalismus gelten. Das führt zu Schäden an Wänden und hohen Reinigungskosten.
Persönlich finde ich Graffiti eine interessante Kunstform, solange sie nicht auf privaten oder öffentlichen Gebäuden ohne Genehmigung gesprüht werden. In meiner Stadt gibt es legale Flächen, die das kreative Potenzial fördern, ohne das Stadtbild negativ zu beeinflussen.
In meinem Land wird Graffiti zunehmend als Kunst anerkannt, aber es gibt auch viele Fälle von illegalen Graffitis, insbesondere auf Zügen und historischen Denkmälern. Solche Schmierereien führen nicht nur zu hohen Reinigungskosten, sondern beschädigen oft auch kulturell wertvolle Objekte. Eine Lösung könnte darin bestehen, mehr legale Räume für Graffiti zu schaffen, um den künstlerischen Ausdruck zu fördern und gleichzeitig die Schäden an öffentlichem und historischem Eigentum zu minimieren.
Graffiti haben sowohl positive als auch negative Aspekte, die im Einklang mit dem Gesetz und den Rechten der Eigentümer stehen sollten. Letztendlich kommt es darauf an, einen Ausgleich zwischen künstlerischer Freiheit und dem Schutz des öffentlichen Raums zu finden. Graffiti können nicht nur eine kreative Ausdrucksform sein, sondern auch das Stadtbild auf eine positive Weise mitgestalten.
Foto: Mauerbild „Test the Rest“, East Side Gallery, Berlin, Autorin: Birgit Kinder