Am 6. und 9. August 1945 zerstörten die USA mit zwei Atombomben die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki – mit verheerenden, bis heute nachwirkenden Folgen. In Hiroshima starben bis Ende des Jahres 1945 etwa 140.000 Menschen, in Nagasaki waren es rund 74.000. Viele Überlebende erlitten schwere Verletzungen oder leiden bis heute an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung.
Die Atombombenabwürfe markierten einen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit – sie offenbarten erstmals das unermessliche Zerstörungspotenzial nuklearer Waffen und veränderten das globale Sicherheitsverständnis nachhaltig.
Zu der diesjährigen Gedenkfeier in der japanischen Stadt Hiroshima wurden mehr als 50.000 Menschen eingeladen, darunter Vertreter aus einer Rekordzahl von 120 Ländern und Regionen. Erstmals nahmen auch Delegationen aus Taiwan und Palästina an der Zeremonie teil.
Um 08:15 Uhr Ortszeit – dem genauen Zeitpunkt, an dem ein US-amerikanisches B-29-Bomberflugzeug die Atombombe über Hiroshima abwarf – wurde eine Schweigeminute abgehalten, während eine Friedensglocke läutete. Dieser Moment des Innehaltens erinnerte an das unfassbare Leid der Opfer und die zerstörerische Kraft der Waffe.
Der japanische Ministerpräsident Shigeru Ishiba und der Bürgermeister von Hiroshima, Kazumi Matsui, legten am Ehrenmal für die Opfer Blumen und Kränze nieder. Nach der Rede des Bürgermeisters wurden Dutzende weiße Tauben – ein Symbol des Friedens – in den Himmel entlassen.
Der Bürgermeister von Hiroshima, Kazumi Matsui, warnte vor einer zunehmenden Akzeptanz der Aufrüstung. Er kritisierte das Prinzip des Einsatzes von Atomwaffen in den Sicherheitskonzpten – mit Verweis auf die Kriege in der Ukraine und in Gaza. „Diese Entwicklungen missachten in eklatanter Weise die Lehren, die die internationale Gemeinschaft aus den Tragödien der Geschichte hätte ziehen müssen“, sagte er. „Sie drohen, die friedensstiftenden Rahmenbedingungen, an deren Aufbau so viele hart gearbeitet haben, zum Einsturz zu bringen“.
Bei der Zeremonie bekräftigte Japans Ministerpräsident Shigeru Ishiba das Versprechen seiner Regierung, sich für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen. „Als einziges Land, das in der Lage ist, der Welt die Schrecken der Atombombe zu vermitteln, werden wir die Erinnerung an diese tragische Erfahrung weitergeben und die internationalen Bemühungen anführen, um zu verhindern, dass sich ein solches Unglück wiederholt“, so Ishiba in einem Beitrag auf X.
Auch 80 Jahre nach den Atombombenabwürfen bleibt die Erinnerung an Hiroshima und Nagasaki ein Appell an die Weltgemeinschaft, sich gemeinsam für Abrüstung und Frieden einzusetzen.
Foto: Premierminister Shigeru Ishiba am Friedensdenkmal in Hiroshima © Shigeru Ishiba, X, 06/08/2025